Azelainsäure: Der Wirkstoff gegen Unreinheiten, Rötungen und Pigmentflecken, den du kennen solltest
Aktie
Kennst du diesen Pickel, der schon vor drei Wochen verschwunden ist, aber immer noch einen sichtbaren Fleck hinterlassen hat? Oder die Rötungen, die plötzlich auftreten, wenn deine Haut mal wieder etwas empfindlicher reagiert als sonst?
Und während du überlegst, ob du ein Produkt gegen Unreinheiten, ein zweites gegen Pigmentflecken und vielleicht noch ein drittes gegen Rötungen brauchst, lohnt es sich, einen bestimmten Wirkstoff genauer anzuschauen: Azelainsäure.
Sie ist vielleicht nicht so bekannt wie Retinol oder Vitamin C, hat sich in der Dermatologie aber längst einen Namen gemacht. Dank ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften kann sie bei verschiedenen Hautproblemen eingesetzt werden.
Und das Interessante daran: Du musst nicht unbedingt Akne haben, damit Azelainsäure für deine Hautpflege interessant ist.
Was ist Azelainsäure?
Azelainsäure (Azelaic Acid) ist eine Dicarbonsäure, die sowohl in kosmetischen Hautpflegeprodukten als auch in dermatologischen Behandlungen verwendet wird.
Anders als AHAs und BHAs, die hauptsächlich für ihre peelende Wirkung bekannt sind, wirkt Azelainsäure auf verschiedene Weise.
Sie besitzt entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften, beeinflusst die Verhornung der Haut und kann die übermäßige Melaninproduktion bei bestimmten Pigmentveränderungen reduzieren.
Das macht sie besonders interessant, wenn deine Haut gleich mehrere Bedürfnisse hat.
Allerdings wirkt nicht jedes Produkt mit Azelainsäure gleich. Die Konzentration und die gesamte Formulierung spielen eine wichtige Rolle.
Was bewirkt Azelainsäure auf der Haut?
Sie hilft bei Unreinheiten
Wenn deine Haut zu Pickeln und Unreinheiten neigt, könnte Azelainsäure eine interessante Ergänzung deiner Routine sein.
Ihre antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften sowie ihr Einfluss auf die Verhornung der Haut erklären, warum sie auch in der Aknebehandlung eingesetzt wird.
Sie kann dazu beitragen, entzündliche Hautveränderungen zu reduzieren und verstopften Poren entgegenzuwirken.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein kosmetisches Serum eine verschreibungspflichtige Aknebehandlung ersetzen kann. Bei anhaltender, schmerzhafter oder ausgeprägter Akne ist eine dermatologische Beratung sinnvoll.
Sie kann das Erscheinungsbild von Pickelmalen verbessern
Vielleicht ist der Pickel längst weg, aber der bräunliche Fleck an seiner Stelle hält sich hartnäckig.
Solche Verfärbungen werden als postinflammatorische Hyperpigmentierung bezeichnet.
Azelainsäure kann die Aktivität der Tyrosinase beeinflussen, eines Enzyms, das an der Melaninproduktion beteiligt ist. Dadurch kann sie dazu beitragen, bestimmte Pigmentveränderungen nach und nach aufzuhellen.
Wichtig ist jedoch, zwischen braunen Pickelmalen und roten Flecken zu unterscheiden, die nach einer Entzündung zurückbleiben können. Nicht jede Verfärbung hat dieselbe Ursache.
Bevor du also ein Produkt gegen Pigmentflecken auswählst, solltest du wissen, welche Art von Hautveränderung du eigentlich behandeln möchtest.
Sie kann bei bestimmten Rötungen helfen
Azelainsäure wird auch bei der dermatologischen Behandlung von Rosazea eingesetzt, einer Hauterkrankung, die unter anderem Rötungen und entzündliche Hautveränderungen im Gesicht verursachen kann.
Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften können bestimmte Symptome verbessern.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Rötung Azelainsäure benötigt oder dass jedes kosmetische Serum Rosazea behandeln kann.
Wenn deine Haut dauerhaft gerötet ist, häufig brennt oder du Rosazea vermutest, solltest du vor der Anwendung neuer Wirkstoffe dermatologischen Rat einholen.
Azelainsäure mit 10 %, 15 % oder 20 %: Spielt die Konzentration eine Rolle?
Ja, allerdings nicht unbedingt so, wie du vielleicht denkst.
In Kosmetikprodukten findest du häufig niedrigere Konzentrationen von Azelainsäure. In der Dermatologie kommen dagegen auch Arzneimittel mit 15 % oder 20 % zum Einsatz.
Höhere Konzentrationen wurden insbesondere bei Hauterkrankungen wie Akne und Rosazea untersucht.
Das heißt aber nicht, dass du automatisch zur höchsten Konzentration greifen solltest. Stärkere Formulierungen können auch eher Brennen, Trockenheit oder Hautreizungen verursachen.
Wenn du ein Produkt für deine tägliche Hautpflege suchst, lohnt es sich deshalb, die gesamte Formulierung und die Anwendungshinweise zu berücksichtigen – nicht nur die Prozentzahl auf der Verpackung.
Azelainsäure morgens oder abends verwenden?
Einer der praktischen Vorteile von Azelainsäure ist, dass sie je nach Formulierung sowohl morgens als auch abends verwendet werden kann.
Es gibt keine allgemeine Regel, nach der sie ausschließlich abends aufgetragen werden muss.
Wenn du den Wirkstoff zum ersten Mal verwendest, beginne am besten langsam und beobachte, wie deine Haut darauf reagiert.
Am Morgen kann deine Routine aus einer sanften Reinigung, Azelainsäure gemäß den Produktanweisungen, einer Feuchtigkeitscreme und einem Sonnenschutz mit mindestens SPF 30 bestehen.
Am Abend reichen eine gründliche, aber sanfte Reinigung, bei Bedarf ein feuchtigkeitsspendendes Serum und eine Feuchtigkeitscreme.
Wenn du Azelainsäure lieber abends verwenden möchtest, kannst du sie nach der Reinigung integrieren, sofern die Anwendungshinweise des Produkts dies vorsehen.
Entscheidend ist, dass du nicht deine gesamte Pflegeroutine auf einmal veränderst.
Mit welchen Wirkstoffen lässt sich Azelainsäure kombinieren?
Du musst nicht auf deine bisherigen Lieblingsprodukte verzichten, nur weil du einen neuen Wirkstoff in deine Routine aufnimmst. Einige Kombinationen solltest du allerdings bewusst einsetzen.
Azelainsäure und Niacinamid lassen sich grundsätzlich gut in derselben Routine verwenden. Niacinamid ist häufig Bestandteil feuchtigkeitsspendender Formulierungen und von Produkten, die die Hautbarriere unterstützen.
Azelainsäure und Hyaluronsäure sind eine praktische Kombination, wenn du deiner Haut zusätzlich Feuchtigkeit spenden möchtest. Dafür brauchst du nicht unbedingt ein separates Serum – vielleicht enthält deine Feuchtigkeitscreme bereits Hyaluronsäure.
Azelainsäure und Retinol können ebenfalls Teil derselben Pflegeroutine sein. Da beide Wirkstoffe je nach Formulierung Hautreizungen verursachen können, ist es jedoch oft sinnvoll, sie zu unterschiedlichen Tageszeiten oder an verschiedenen Tagen zu verwenden. Orientiere dich dabei an den jeweiligen Produktanweisungen und daran, wie gut deine Haut die Wirkstoffe verträgt.
Azelainsäure und AHA/BHA sind nicht grundsätzlich unverträglich. Mehrere aktive Säuren gleichzeitig können empfindliche Haut jedoch überfordern. Gerade am Anfang gibt es keinen Grund, alle Peeling-Wirkstoffe am selben Abend aufzutragen.
Letztlich geht es nicht darum, möglichst viele Inhaltsstoffe miteinander zu kombinieren. Viel wichtiger ist eine Routine, die du langfristig anwenden kannst, ohne deine Haut ständig zu reizen.
Wie lange dauert es, bis Azelainsäure wirkt?
Azelainsäure ist keine Lösung über Nacht.
Bei medikamentösen Aknebehandlungen bemerken manche Menschen nach etwa einem Monat erste Verbesserungen. Bei anderen Hautproblemen kann es mehrere Wochen oder Monate dauern, bis Ergebnisse sichtbar werden.
Wie schnell sich das Hautbild verbessert, hängt von der Konzentration, der Formulierung, dem jeweiligen Hautproblem und der individuellen Reaktion deiner Haut ab.
Beurteile ein neues Serum deshalb nicht allein nach den ersten Anwendungstagen.
Wenn du anhaltendes Brennen, deutliche Rötungen oder Reizungen bemerkst, solltest du die Anwendung beenden und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen.
Ist Azelainsäure für empfindliche Haut geeignet?
Azelainsäure gilt häufig als vergleichsweise gut verträglicher Wirkstoff. Das bedeutet aber nicht, dass sie keine Reizungen verursachen kann.
Gerade zu Beginn können Brennen, Trockenheit, Juckreiz oder Rötungen auftreten.
Wenn deine Haut empfindlich ist, führe das Produkt vorsichtig ein und verzichte darauf, gleichzeitig mehrere neue Wirkstoffe auszuprobieren.
Wenn du schwanger bist, eine Schwangerschaft planst oder stillst, sprich vor der Anwendung eines neuen Wirkstoffprodukts mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Azelainsäure gehört zwar zu den Inhaltsstoffen, die auch während der Schwangerschaft häufig in Betracht gezogen werden, die Eignung hängt jedoch von deiner individuellen Situation und der jeweiligen Formulierung ab.
Brauchst du Azelainsäure wirklich in deiner Pflegeroutine?
Wenn dich Unreinheiten, hartnäckige braune Pickelmale oder ein ungleichmäßiger Hautton beschäftigen, könnte Azelainsäure eine sinnvolle Ergänzung deiner Hautpflege sein.
Wenn sich deine Haut dagegen wohlfühlt und deine aktuelle Routine bereits alles abdeckt, was sie braucht, gibt es keinen Grund, ein weiteres Serum hinzuzufügen, nur weil du einen neuen Wirkstoff entdeckt hast.
Für alle, die eine gezielte Pflegeformel suchen, bietet Fairbeauty das Q+A Azelaic Acid Balancing Serum 30 ml an. Es kombiniert Azelainsäure mit Zinc PCA und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen und wurde für Haut entwickelt, die zu Unreinheiten und überschüssigem Talg neigt.
Denn gute Hautpflege bedeutet nicht, dass du für jedes Hautproblem ein anderes Produkt brauchst. Es geht darum, die Wirkstoffe auszuwählen, die wirklich zu den Bedürfnissen deiner Haut passen – und ihnen genügend Zeit zu geben, ihre Wirkung zu entfalten.
